- Bundesanleihen
- Bundesschatzanweisungen
- Inflationsindexierte Bundeswertpapiere
- Unverzinsliche Schatzanweisungen
- Fremdwährungsanleihen
Bundesanleihen ("Bunds")
Unter allen Bundeswertpapieren besitzen Bundesanleihen die längsten Laufzeiten - ab dem Emissionszeitpunkt zehn oder 30 Jahre. Sie wurden in den letzten Jahren immer mit festen Nominalzinssätzen begeben, wobei die Zinszahlung an die Inhaber der Papiere einmal jährlich erfolgt.
Das Geld wird Ihnen auf Ihr Girokonto ausgezahlt. Bei Verwahrung der Titel in einem Schuldbuchkonto bei der Finanzagentur ist alternativ auch eine automatische Wiederanlage in neue Bundeswertpapiere möglich, beispielsweise in die Tagesanleihe.
Nach der Emission von Bundesanleihen werden sie an der Börse eingeführt, wobei der Erstverkauf über ein Auktionsverfahren erfolgt. Bundesanleihen können Sie auch über die Börse erwerben - im Gegensatz etwa zu den Daueremissionen des Bundes, also der Tagesanleihe, Bundesschatzbriefen und Finanzierungsschätzen.
Dazu müssen Sie Ihre Hausbank oder einen Direct Broker einschalten. Ein Direkterwerb von Bundesanleihen über die Finanzagentur ist zwar ausgeschlossen, eine Übertragung erworbener Titel in ein bestehendes Schuldbuchkonto bei der Finanzagentur aber jederzeit möglich. Hierfür könnte Ihre Bank eventuell Gebühren verlangen.
Schwankende Börsenkurse: Vor- und Nachteile
Die Preise ("Kurse") von Bundesanleihen verändern sich im täglichen Handel. Diese Bundeswertpapiere sind daher aus Sicht eines Anlegers mit Kurschancen und -risiken verbunden. Diesen Aspekt können Sie jedoch immer dann vernachlässigen, wenn Ihr Anlagehorizont und die Laufzeit der Bundesanleihe ziemlich genau übereinstimmen. Da die Preise an der Börse Schwankungen unterworfen sind, ist ein Verkauf mit Gewinn nicht immer gewährleistet.
Ein Beispiel: Sie möchten Geld für zehn oder 30 Jahre sicher anlegen und erwerben eine Bundesanleihe kurz nach dem Emissionszeitpunkt. Dann können Sie diese zu einem Kurs nahe 100 Prozent kaufen. Halten Sie die Titel anschließend bis zur Fälligkeit, bekommen Sie neben den jährlichen Zinszahlungen den Anlagebetrag in voller Höhe zurückgezahlt - garantiert. Und daneben jährliche Zinszahlungen.
Der Börsenhandel mit Bundesanleihen bietet Ihnen noch weitere positive Aspekte: Aufgrund des täglichen Handels mit diesen Bundeswertpapieren können Sie die Titel jederzeit ohne Probleme wieder veräußern. Die Kurse, die Wertpapierhändler bei Käufen und Verkäufen über die Börse zugrunde legen, kommen dabei unter Aufsicht zustande. Außerdem sorgt die Bundesbank durch Kurspflegemaßnahmen dafür, dass die Kurse stets transparent und fair sind.
Bundesanleihen und private Finanzplanung
Bundesanleihen sind mit Blick auf ihre markt- und laufzeitgerechte Verzinsung überaus attraktive Anlageinstrumente. Die Titel eignen sich beispielsweise hervorragend, um sie einem, auf die private Altersvorsorge ausgerichteten Wertpapierbestand beizumischen.
Auf der Website der Finanzagentur finden Sie im Bereich Institutionelle Kunden weitere Informationen zu Bundesanleihen .
Bundesschatzanweisungen ("Schatz")
Bundesschatzanweisungen sind festverzinsliche Wertpapiere mit einer vorbestimmten Laufzeit von zwei Jahren ab Emissionszeitpunkt. Sie werden im Rahmen eines Auktionsverfahrens begeben und direkt nach der Auktion an der Börse eingeführt - genau wie Bundesanleihen und Bundesobligationen.
Sie können Bundesschatzanweisungen beispielsweise über die Börse erwerben, wozu Sie Ihre Hausbank oder einen Direct Broker einschalten müssen. Ein Direkterwerb dieser Papiere über die Finanzagentur ist ausgeschlossen - Bundesschatzanweisungen sind auch in dieser Hinsicht mit Bundesanleihen und älteren Serien von Bundesobligationen vergleichbar. Eine Verwahrung von Bundesschatzanweisungen im Schuldbuchkonto bei der Finanzagentur ist aber jederzeit möglich, wie bei jedem anderen herkömmlichen Bundeswertpapier auch.
Die Zinszahlung erfolgt bei Bundesschatzanweisungen einmal pro Jahr auf Ihr Girokonto. Bei Verwahrung der Titel in einem Schuldbuchkonto bei der Finanzagentur ist alternativ auch eine automatische Wiederanlage in andere Bundeswertpapiere möglich, beispielsweise in die Tagesanleihe.
Bundesschatzanweisungen und private Finanzplanung
Aufgrund ihrer vergleichsweise kurzen Laufzeit können Sie Bundesschatzanweisungen sehr gezielt für kurzfristige Sparzwecke einsetzen - etwa zum Sparen für einen Autokauf in zwei Jahren.
Auf der Website der Finanzagentur finden Sie im Bereich Institutionelle Kunden weitere Informationen zu Bundesschatzanweisungen.
Inflationsindexierte Bundesobligationen und -anleihen
Inflationsindexierte Bundesobligationen und -anleihen sind Schuldverschreibungen, die im Ausgabezeitpunkt mit einer festen Laufzeit, einem festen Zinskupon sowie zusätzlich einer variablen Ertragskomponente ausgestattet werden.
Letztere dient dem Ausgleich der Preissteigerungen bei Gütern und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs, die für Sie während der Haltezeit der Anleihe anfallen. So wird die Kaufkraft des von Ihnen investierten Kapitals tatsächlich erhalten. Man nennt Anleihen mit einer entsprechenden Zusatzfunktion auch Realzinsanleihen, inflationsgeschützte Anleihen oder "Inflation-Linker".
Der fixe Kupon einer inflationsgeschützten Bundesanleihe oder Bundesobligation repräsentiert den laufzeitadäquaten Realzinssatz, der im Emissionszeitpunkt gültig ist. Der Realzins wiederum entspricht in etwa dem langfristigen, durchschnittlichen Wirtschaftswachstum. Im Sommer 2008 lag er für zehnjährige Bundesanleihen bei rund zwei Prozent.
Auf der Website der Finanzagentur finden Sie im Bereich Institutionelle Kunden detaillierte Informationen zu inflationsgeschützten Bundesanleihen und Bundesobligationen. Alles Wissenswerte über die Funktionsweise einer inflationsindexierten Bundesanleihe erfahren Sie außerdem in unserem Informationsblatt für Privatanleger.
Unverzinsliche Schatzanweisungen ("BuBills")
Bei unverzinslichen Schatzanweisungen handelt es sich um Wertpapiere mit einer Laufzeit von sechs oder zwölf Monaten. Sie sind so genannte Diskontpapiere, genau wie Finanzierungsschätze: Die Ausgabe erfolgt zu einem Preis unter dem späteren Tilgungsbetrag (Nennwert).
Laufende Zinszahlungen erfolgen zwischen Kauf- und Tilgungszeitpunkt hier jedoch nicht. Der von Ihnen erzielte Ertrag bestimmt sich bei unverzinslichen Schatzanweisungen daher ausschließlich als Differenz aus Tilgungs- und Erwerbssumme. Hierbei gilt: Je höher das Zinsniveau im Bereich kurzfristiger Anlagen, desto größer ist diese Differenz - und damit Ihr Gewinn.
Unverzinsliche Schatzanweisungen werden an der Börse nur im Freiverkehr gehandelt. Eine institutionalisierte Einführung zum amtlichen Börsenhandel wie bei Bundesanleihen, Bundesobligationen und Bundesschatzanweisungen erfolgt nicht - und damit auch keine offizielle ("amtliche") Preisfeststellung.
Unverzinsliche Schatzanweisungen können Sie nicht über die Finanzagentur kaufen. Der Erwerb über eine Bank ist für Sie aber prinzipiell jederzeit möglich - eventuell jedoch mit Gebühren verbunden. Kostenfrei ist dagegen die anschließend mögliche Verwahrung im Schuldbuchkonto der Finanzagentur.
Auf der Website der Finanzagentur finden Sie im Bereich Institutionelle Kunden detaillierte Informationen zu unverzinslichen Schatzanweisungen.
US-Dollar-Anleihe
Im Jahr 2005 brachte die Bundesrepublik Deutschland mit der US-Dollar-Anleihe erstmals eine Schuldverschreibung auf den Markt, deren Nennwert nicht auf Euro lautet, sondern auf US-Dollar. Das Papier wurde mit einer Ursprungslaufzeit von fünf Jahren und einem Nominalzinssatz von 3,875 Prozent begeben.
Eine derartige Fremdwährungsanleihe stellt für deutsche Anleger ein vergleichsweise komplexes Zinspapier dar: Beim Kauf müssen Sie zunächst Euro in Höhe der geplanten Kaufsumme in US-Dollar tauschen. Danach erhalten Sie die laufenden Zinszahlungen nicht in Euro, sondern jeweils in US-Dollar. Bei Fälligkeit wird außerdem in Dollar getilgt. Wer über Zinsen und Tilgungssumme in Euro verfügen möchte, muss diese Zahlungen jeweils in Euro umtauschen.
Eine Fremdwährungsanleihe wie die US-Dollar-Anleihe des Bundes birgt aufgrund ihrer Konstruktion Währungschancen und -risiken: Ein über die Anleihelaufzeit im Wert steigender US-Dollar liefert Anleiheinhabern aus der Euro-Zone neben den jährlichen Zinserträgen zusätzlich Währungsgewinne. Demgegenüber kommt es zu Währungsverlusten, wenn der Dollar bis zur Fälligkeit im Wert sinkt.
Die US-Dollar-Anleihe ist das einzige Bundeswertpapier, das für Sie nicht bei der Finanzagentur in einem Schuldbuchkonto verwahrt werden kann. Kauf, Verkauf und Verwahrung müssen Sie daher über Banken abwickeln.
Auf der Website der Finanzagentur finden Sie im Bereich Institutionelle Kunden weitere Informationen zu Fremdwährungsanleihen.

